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Krankheiten und Behandlung der Axolotl
1. Axolotl-Pest
(selten) Weiterführende und qualifizierte Behandlungsempfehlungen finden sie auf http://www.axolotl-online.de und dort im Unterlink Erste Hilfe und Behandlung. Auf Amphibien spezialisierte Tierärzte finden Sie, nach Postleitzahlen sortiert, bei der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde: http://www.dght.de Wichtiger Hinweis: Wasseraufbereitungsmittel, Bakterienstarter sowie Medikamente aus den Zoohandlungen dürfen nicht eingesetzt werden! Früher oder später werden die Axolotl davon krank und sterben. Was mit den hier beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten nicht kuriert werden kann, erfordert auf jeden Fall den Gang zu einem auf Amphibien spezialisierten Tierarzt (siehe auch obiger Link). Parallel gibt es guten Rat im Axolotl-Forum. Dazu sollte man möglichst sofort mit der Frage auch ein oder mehrere Bilder des kranken Tieres einstellen und die Aquarienbedingungen incl. aktueller Wasserwerte ausführlich angeben, was den Experten (Tierärztin, Biologen, sowie auch in der Forschung mit Axolotl Tätigen sowie den erfahrenen Haltern) die Arbeit wesentlich erleichtert. Zoohändler können nicht qualifiziert helfen, selbst die meisten Tierärzte sind dabei überfragt, weil sie keine speziellen Amphibienkenntnisse besitzen bzw. von Axolotl noch nie etwas gehört haben. 1. Die Behandlung der Axolotl-Pest Bei der Axolotl-Pest handelt es sich um eine Infektion durch Mycobakterien, die tatsächlich wie die Pest erscheint und in kurzer Zeit den ganzen Axolotlbestand auslöschen kann. Die Bakterien sind eine Kombination natürlicher Darmbakterien und Pilze, die, wenn sie in den Blutkreislauf eindringen oder in größeren Mengen auf die Epidermis gelangen, die Krankheit auslösen können. Die Gattung Mycobacterium gehört in die Ordnung der Actinomycetales und in die Familie der Mycobacteriaceae. Nach infektiologischen und epidemiologischen Kriterien lässt sich die Gattung Mycobacterium in drei Gruppen einteilen: • Tuberkulosebakterien (Mycobacterium tuberculosis complex)• Mycobacterium leprae • Nichttuberkulöse Mycobakterien (NTM, alte Bezeichnung: „atypische Mycobakterien") Mycobakterien sind aerobe Gram-positive unregelmäßig geformte, leicht verzweigte Zellen. Ein Hauptcharakteristikum ist ihre „Säurefestigkeit", die auf dem hohen Gehalt der Zellwand an Mycolsäuren beruht und die Zellen wachsartig und somit stark hydrophob machen. Während die pathogenen Arten auf komplexe Nährsubstrate angewiesen sind und sehr langsam wachsen benötigen viele ubiquitär vorkommende Mycobakterien keine Zusatzstoffe und wachsen relativ schnell. Nichttuberkulöse Mycobakterien findet man weltweit in der Umwelt (Wasser, Erdboden) sowie als Bestandteil der Schleimhautflora von Mensch und Tier. Viele ernähren sich saprophytisch von organischem Material wie Stoffwechselprodukten anderer Mikroorganismen oder abgestorbener Biomasse. Daher rührt die Vermutung, dass hohe Koloniezahlen, z.B. im Wasser, gute Wachstumsvoraussetzungen darstellen. Infektionen durch nichttuberkulöse Mycobakterien sind selten und werden durch eine herabgesetzte zelluläre Immunität begünstigt. Wenn die Tiere offene Wunden zeigen, ist die Krankheit bereits soweit fortgeschritten, dass es möglicherweise zu spät für eine erfolgreiche Behandlung ist. Daher sollte die Behandlung sofort beginnen, da der Krankheitsverlauf rasch fortschreitet und häufig mit dem Tod des betroffenen Tieres endet. Die erkrankten Tiere müssen sofort aus dem Hälterungsbecken in ein Quarantänebecken überführt werden. Dabei können ersatzweise Eimer, Schüsseln o.ä. problemlos verwendet werden. Da die Axolotl-Pest sehr ansteckend ist, muss ein befallenes Becken komplett leer geräumt werden. Die Pflanzen und der Sand sind zu entsorgen! Alle (!) weiteren Einrichtungsgegenstände, sowie das Becken selbst, müssen desinfiziert werden! Die erkrankten Tiere müssen bis zur Genesung in einem Quarantänebecken verbleiben. Generell ist auf eine gute Hygiene im Becken zu achten. Dabei sollten regelmäßige Wasserwechsel (lieber etwas mehr als zu wenig) mit vorherigem Mulmabsaugen eine Selbstverständlichkeit sein. Auf diese Weise werden die Stoffwechselprodukte sowie der Infektionsdruck von vorneherein auf einem niedrigen Level gehalten, was zwar nicht garantiert, dass die Axolotl-Pest nicht auftritt, die Gefahr dafür aber erheblich verringert. Darüber hinaus vermehren sich die Bakterien umso schneller, je höher die Beckentemperatur ist. Daraus folgt: Bei höheren Temperaturen häufigere Wasserwechsel durchführen oder, wenn es die Zeit nicht zulässt, eine niedrige Hälterungstemperatur wählen. Ist man zu keinem der beiden Schritte in der Lage, sollte man im Interesse der Tiere, bei vernünftiger Abwägung der Temperaturtoleranzgrenzen, auf die Hälterung im Interesse des Tierschutzes ganz verzichten.
Verlauf der Krankheit Zuerst leichte Hautrötungen, schürfwundenähnliche Flächen, später leichte Verpilzungen und neue Entzündungsflächen. Weiterer Verlauf: helle krustenartige Schicht auf den infizierten Hautflächen, ausgefranster Flossensaum. Erste Maßnahme: Temperatursenkung des Wassers auf 10° C oder leicht darunter um die Infektion zu verlangsamen – oder, bei bereits vorrätigem (und nicht abgelaufenem!) Medikament (Gentamycin, s.u.) sofort mit der Behandlung im Quarantänebehältnis beginnen. Behandlung: Die Behandlung der Axolotl-Pest erfolgt mit dem sehr wirksamen Breitbandantibiotikum Gentamycin und bei starkem oder großflächigem Befall zusätzlich mit Amphotericin bei normaler Beckentemperatur im Quarantänebehältnis. Die Behandlung erstreckt sich solange, bis eine deutliche Wundheilung erkennbar ist. Bei sachgemäßer Durchführung der Behandlung sollte die Heilung jedoch nach etwa 14 Tagen erfolgt sein. Gelegentlich kann auch eine längere Behandlung notwendig werden. Auf jeden Fall sollte eine deutliche Wundheilung und die Bildung neuer Haut erkennbar sein. Behandlungsschemata Die Behandlung erfolgt täglich ein Mal als Intensivbad für 15 Minuten! Die Dosierung gilt für 1 Liter Wasser:
Achtung: Diese Intensiv-Behandlung findet nicht im Quarantänebecken statt, sondern z.B. in einem Eimer o.ä.; anschließend wird das Tier zurück in das Q.-becken verbracht. Nach weitgehender Heilung und nach Abschluss der Intensivbehandlung kommen die Tiere zurück in das normale Becken in ein Dauersalzbad für ca. 8 Wochen mit einer Konzentration von 1 g auf 50 Liter Wasser und zusätzlich schwarzem Tee.
Pro 10 Liter Beckenwasser verwendet man einen Teebeutel schwarzen Tee. Die entsprechende Menge an Teebeuteln gibt man in einen kleinen Eimer und übergießt sie mit heißem, nicht kochendem Wasser und lässt dies etwa 15 Minuten durchziehen. Anschließend entfernt man die Beutel und gibt den temperaturangepassten Tee in das Beckenwasser.
Nach oben 2. Behandlung einer Pilzerkrankung (siehe auch bei Methylenblau) Generell sollten Tiere mit Pilzbefall in ein Quarantänebecken verbracht werden. Das Becken oder der entsprechende Behälter sollte mittels Sauerstoffstein belüftet werden. Nach der Behandlung ist ein Desinfizieren angesagt. Sinnvoller Weise behandelt man das Haltungs-Becken ebenso, zumindest mit einem Dauersalzbad (Dosierung s.u.)
1 a. Intensivbad:
Pro 1 Liter Wasser = 1 Teelöffel jodfreies Speisesalz für
15 bis 20 Minuten. 1 g jodfreies Speisesalz auf 50 Liter Wasser, für 1 bis 2 Wochen, bzw. solange, bis eine Heilung erkennbar ist. Behandlung möglichst im Quarantänebehälter durchführen. Bei einem Dauerbad im Haltungs-Becken kann man bis 1 Teelöffel jodfreies Salz für 100 Liter Wasser einsetzen und je nach Verpilzungsgrad zusätzlich Intensivbäder durchführen. Generell ist gerade im Erkrankungsfall die Hygiene im Becken erheblich zu verbessern. Regelmäßiges Mulmabsaugen ist ebenso wie häufigere oder größere Wasserwechsel angesagt. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Salz entsprechend der Menge des gewechselten Wassers nachzudosieren. Nach oben 3. Teebehandlung - Dauerbad Schwarzer Tee enthält Koffein und in geringen Mengen auch Theobromin und Theophyllin. Es handelt sich hierbei um Substanzen, die alle zu den Methylxanthinen gerechnet werden und in verschiedenen Bereichen der Medizin als Arzneimittel eingesetzt werden. Am bedeutsamsten hierbei ist die Verwendung von Theophyllin als Mittel gegen Asthma. Koffein, identisch mit dem Teein, hat eine anregende und leicht harntreibende Wirkung. Die weiteren Inhaltsstoffe von schwarzem Tee sind Gerbstoffe, die erst bei einem ca. zehnminütigen Teeaufguss aus den Blättern herausgelöst werden. Der so hergestellte Tee eignet sich dann nicht mehr als Genussmittel, weil die Gerbstoffe ihm einen bitteren Geschmack gegeben haben. Gerbstoffe sind Stoffe, die durch Bindung von Kollagen die tierische Haut in Leder zu überführen vermögen und zu den Adstringenzien gehören. Adstringenzien sind Substanzen, die mit dem Eiweiß oberster Gewebeschichten reagieren, wodurch diese verdichtet werden und sich zusammenhängende feste Membranen bilden, die auch Koagulationsmembranen genannt werden. Adstringenzien werden zur Blutstillung, zur Wundbehandlung und bei Entzündungen der Haut oder Schleimhäute angewendet. Zusätzlich wirken Gerbstoffe leicht antibakteriell und anästhesierend. Pro 10 Liter Aquarienwasser = 1 Teebeutel reiner schwarzer Tee (ohne Zusatzstoffe) Man gibt die notwendige Anzahl Teebeutel in einen Eimer und übergießt sie mit 1, 2 Liter heißem, aber nicht kochendem Wasser. (kurz mit Löffel einen „Strudel“ erzeugen.) 15 Minuten „ziehen“ lassen – fertig. Den fertigen Behandlungstee verteilt man über die Wasseroberfläche, sowie zwecks besserer Verteilung auch im Strömungsbereich (Ausströmer). Bei Wasserwechsel sollte man entsprechend entsprechend der gewechselten Menge nachdosieren. Eine (vorbeugende) Behandlung über 2 Monate ist problemlos möglich. Ebenso kann die Teemethode in Kombination mit der Salz-Dauerbehandlung, z.B. bei starkem Pilzbefall oder bei der Axolotl-Pest angewendet werden. Nach oben
Der in Asien weit verbreitete Seemandelbaum gehört zu den Combretaceae. Natürliche Tannine und Biosubstanzen werden nach dem Einsetzen der Blätter langsam an das Aquarienwasser abgegeben, entfalten eine antibakterielle Wirkung, senken etwas den pH-Wert und fördern die Heilung bei Verpilzungen, Entzündungen und Flossenfäule. Seemandelbaumblätter schaffen ein natürliches Aquarienwasser, verbessern den Schleimhautschutz, fördern die Laichbereitschaft und verhindern Laichverpilzungen. Seemandelbaumblätter entfalten ihre heilsame Wirkung besonders in weichem Wasser. Das Wasser erhält nach einigen Tagen einen schönen bernsteinfarbenen Ton, bleibt dabei aber glasklar. Man kann die Blätter ohne weiteres dauerhaft einsetzen. Nach einer gewissen Zeit lösen sie sich im Haltungs-Becken einfach auf, d.h. Sie müssen nicht entfernt werden. Nicht verwendet werden dürfen die Blätter, wenn sie noch eine grüne Farbe haben, wie sie bei Internetauktionen häufig angeboten werden, d.h nur braune Blätter sind problemlos, wie oben beschrieben, verwendbar. Vor einem vorbeugendem bzw. dauerhaftem Einsatz sollte man jedoch auch bedenken, dass man dies bei einer dauerhaft guten Wasserqualität nicht notwendigerweise braucht. Der Anteil an Gerbstoffen ist nicht niedrig, aber auch nicht gefährlich hoch. Das einzig etwas Negative ist der durchschnittlich relativ hohe Preis. Günstig bekommen Sie die Blätter aber im Axolotl-Shop von Frank Ambrock. Dosierung 2 Blätter auf 100 l Wasser wirken etwa 2-3 Wochen. Einfach irgendwo im Aquarium einbringen. Nach 1 - 2 Tagen haben sich die Blätter mit Wasser voll gesaugt und gehen unter. Sie bieten einen dekorativen Anblick, wenn sie in einem bepflanzten Becken entsprechend eingebracht werden. Die Blätter sollten unverpackt, trocken und vor Licht geschützt lagern. Bei Erkrankungen der Axolotl können sie gleichzeitig mit jeder anderen Behandlungsmaßnahme kombiniert werden. Nach oben
Lassen Sie es erst gar nicht soweit kommen, dass Ihre Tiere krank werden! Wasser ist die beste und billigste Medizin und wer hat normalerweise die Zeit um eine Behandlung, wie oben beschrieben, durchzuführen? Wenn es Ihre "Lieblinge" sind, saugen Sie jeden Tag den Bodengrund ab, dass dauert nur wenige Minuten, und wechseln Sie häufig das Wasser! Immer wieder liest man: 'Ich wechsele seit 20 Jahren alle 14 Tage 1/3 des Beckeninhaltes und habe keinerlei Probleme' oder 'Ich wechsele pro Woche 1/4'. Das mag so sein, aber gehen Sie einmal in ein Forum und schauen sich dort die Anzahl der Postings zum Thema Krankheiten im Vergleich zu dem Rest an, dann wissen Sie, wovon ich spreche. Bei einem 200-Liter-Becken macht 1/3 Wasserwechsel alle 14 Tage 67 Liter Wasser aus. Wird er dann durchgeführt verändert sich rapide die Temperatur bei ohnehin vorhandenem belastetem Wasser in dem die Tiere gestresst saßen. Danach sind die Werte beileibe nicht optimal und nach weiteren 14 Tagen ist die Belastung auch nach dem Wasserwechsel immer noch höher als nach dem letzten Wasserwechsel ... und so geht das immer weiter. Irgendwann kommt, was kommen muss. Machen Sie Ihre Wasserwechsel ruhig wie im vorletzten Absatz beschrieben, aber wechseln Sie täglich 10 Liter (1 Eimer) zusätzlich nach dem Absaugen der Exkremente, Pflanzenteile usw. und Sie werden kaum Probleme mit Ihren Tieren bekommen. Selbst bei noch so großer Sauberkeit kann natürlich niemand ausschließen, dass es nicht doch zum Ausbruch der einen oder anderen Krankheit kommt. Sie haben dann aber im Vorfeld alles getan, um dies möglichst zu verhindern und die Tiere werden bestimmt schneller genesen als in den o.g. "Brackwasserbecken".
Methylenblau wird zur Pilzbehandlung eingesetzt.
Dies kann man in einem Satz abhandeln. Nie bei Axolotl einsetzen - schadet ihnen! Auf Amphibien spezialisierte Tierärzte finden Sie, nach Postleitzahlen sortiert, bei der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde: www.dght.de Haftungsausschluss: Die Inhalte meiner Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte kann ich jedoch keine Gewähr übernehmen. Ich hafte in keinem Falle für die, durch die hier gemachten Angaben, und durch Nachahmung evtl. auftretenden Probleme oder Schäden. Dies gilt unbefristet für alle Seiten auf dieser Website. Das Risiko bei Nachahmung liegt immer bei dem Nachahmer! Eine qualifizierte Behandlung der Tiere kann nur ein Tierarzt durchführen! |